Nimmt die Anzahl an E-Mail zu oder ab?

Diese Frage stellt sich Sara Radicati im Radicati-Blog, nachdem in der Umfrage erstmals seit der Statistik eine abnehmende Anzahl an E-Mails festgestellt wurde. Vor einem Statement zu dieser durchaus berechtigten Frage ein kurzer Blick auf diverse Kennzahlen die es zum Thema E-Mail gibt.

Seit der „ersten E-Mail“, 1971 von Ray Tomlinson verschickt, ist die Menge an E-Mails ständig gestiegen und im Zuge der weiten Verbreitung des Internets förmlich explodiert. Im Jahr 1999 sprach man von 3,5 Milliarden E-Mails täglich, 2006 von 84 Milliarden, 2007 waren es laut IDC bereits 97 Milliarden E-Mails und die aktuellste Zahl findet sich bei Radicati:

247 Milliarden E-Mails täglich!

In Deutschland ist man hier deutlich zurückhaltender. In der Studie “Herausforderungen und Trends im E-Mail Management” von BearingPoint aus dem Jahr 2008 werden Schätzungen von „lediglich“ 35 Milliarden E-Mails pro Tag erwähnt.

Diese Zahlen sind durchaus beeindruckend – allerdings wenig anschaulich, aber auch auf Unternehmens- und Nutzerebene finden sich weitere Kennzahlen:

Laut der “Marktstudie – Entwicklung im Bereich E-Mail-Management”, die die Pentadoc AG zusammen mit der BARC GmbH im Jahr 2009 durchgeführt, empfangen 59 % der befragten Unternehmen mehr als 1.000 und immerhin 32 % mehr als 5.000 E-Mails täglich.

In der Studie “Das Management der geschäftlichen E-Mail-Kommunikation” von Professor Nippa aus dem Jahr 2008 wird die Menge an durchschnittlich empfangenen E-Mails mit ca. 28 pro Umfrageteilnehmer angegeben.

Radicati, die gesendete und empfangene E-Mails gemeinsam angibt, hingegen gab für das Jahr 2007 einen Wert von 131 E-Mails an. 2008 waren es 140 und es wurde ein weiterer Anstieg auf 167 bzw. 179 für 2009 und 2010 prognostiziert.

E-Mail-Entwicklung 2009 - 2013

Entwicklung des E-Mail-Aufkommens pro Mitarbeiter (Quelle der Daten: Radicati E-Mail-Statistics Report 2009)

Allerdings hat sich in der „Business User Survey 2009“ ein Trendwechsel ergeben, der auch die einleitende Fragestellung zur Folge hatte. Entgegen der Prognose wurden lediglich 108 E-Mails behandelt.

Diese Entwicklung dürfte ihre Ursache in den negativen Aspekten haben, die die steigende E-Mail-Flut mir sich bringt:

  • Laut der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin führen E-Mails bei 10 % der Mitarbeiter zu Stress-Symptomen.
  • 81% der erwähnten 247 Milliarden E-Mails sind laut der selben Studie Spam.
  • Durchschnittlich nehmen E-Mails 13 Arbeitsstunden eines “information workers” in Anspruch (Hidden Costs in Information Work IDC 2009)

Wie sich die Anzahl an E-Mails entwickeln wird bleibt also abzuwarten. Die letzte Umfrage von Radicati lässt auf jeden Fall darauf hoffen, dass der Anstieg nachlässt, und andere, häufig passendere Kanäle wie Instant Messaging, Online Collaboration oder Social Networks einen Teil der Kommunikation übernehmen. Dadurch kann das Medium E-Mail entlastet und der Kanal wieder dafür genutzt werden, wofür er sich am besten eignet: zum Beispiel den schnellen und durch Verschlüsselung und digitale Signatur auch sicheren Transport von geschäftlich relevanten, archivierungspflichtigen Dokumenten.

Author: Bernhard Bachinger

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