Es ist kein Geheimnis, dass Kodak in den letzten Jahren versuchte, die in Schieflage geratenen Unternehmensfinanzen wieder in Ordnung zu bringen. Der Insolvenzantrag in den USA zeigt aber, dass dies nicht wie geplant gelungen ist. Nach Unternehmensangaben sind die Tochterunternehmen außerhalb der USA, somit auch deutsche Konzerntöchter, aktuell nicht betroffen und der Geschäftsbetrieb wird vorerst aufrecht erhalten.
Kodak galt lange als weltweiter Vorreiter in der Fotografie und geriet unter anderem durch zu späte Reaktionen auf Marktveränderungen immer mehr ins Hintertreffen. Kodak hat im Vergleich zu Wettbewerbern vor allem die rasante Entwicklung der Digitalfotografie versäumt und in diesem Bereich immer mehr Marktanteile verloren. Man darf dabei aber nicht außer Acht lassen, dass Kodak über ein sehr breites Produktportfolio verfügt. Insbesondere im ECM-Markt hat sich Kodak im Hardwarebereich mit Dokumentenscannern einen Namen gemacht. Darüber hinaus ist Kodak Hersteller von Softwarelösungen rund um den Scanprozess (z.B. Bildverbesserung, Viewing etc.) aber auch im Workflow- und Archivsegment aktiv.
Inwieweit sich die Insolvenz der amerikanischen Muttergesellschaft auch auf die ECM-Sparte auswirkt, kann man aktuell noch nicht sagen. Fest steht aber, dass Kodak vor der schwierigen Aufgabe steht, die Neuausrichtung und die damit verbundene Umstrukturierung des Unternehmens nun doch noch zu schaffen. Ein wesentlicher Hoffnungsträger dafür ist der Verkauf von Patenten. Der Konzern verfügt über eine Vielzahl an Patenten, für die nun weiter verstärkt nach Käufern gesucht wird. Aber auch das Vertrauen bei Bestands- und Neukunden dürfte durch die Insolvenz gelitten haben. Es ist Kodak zu wünschen, dass insbesondere das ECM-Geschäft weiter aufrecht erhalten werden kann.
Author: Maximilian Gantner


18. Februar 2012 at 11:33
15. Februar 2012 at 19:05




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17. Februar 2012 at 07:26