Das Beratungsunternehmen Dr. Pascal Sieber & Partners hat zusammen mit dem Zentrum für Wirtschaftsinformatik der School of Management and Law der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) eine Studie zum Thema ECM in Schweizer Organisationen durchgeführt und dabei nebenbei auch noch den Einsatz von betriebswirtschaftlicher Software (ERP, CM, SCM) und Web-2.0-Technologien untersucht.
Wie sich in der Studie zeigte, sind Enterprise-Content-Management-Technologien verschiedener Art heutzutage weit verbreitet bei Schweizer Unternehmen. Die ersten eigentlichen ECM-Tools kamen rund ums Jahr 2000 auf den Markt. Von den rund 270 Studienteilnehmern benützen mittlerweile 71 Prozent ECM-Tools. Zum Vergleich: Betriebswirtschaftliche Software, mit deren Einführung schon viele Jahre früher begonnen wurde, haben 76 Prozent im Einsatz, die vergleichsweise sehr jungen Web-2.0-Technologien aber auch schon 57 Prozent.
Die Verfasser haben für die Studie die Befragent in drei “Wissenscluster” eingeteilt, “Industrieunternehmen”, “Dienstleister” und “Experten”. Diese unterscheiden sich unter anderem nach dem Anteil und der Art der “Wissensarbeiter” in den Unternehmen, und damit auch in ihrem Bedarf nach ECM-Tools. So wollen die Industrieunternehmen in den nächsten drei Jahren im Schnitt 411 Franken pro Mitarbeiter in ECM investieren, Dienstleister dagegen 1072 Franken und “Experten” – zu dieser Kategorie gehören beispielsweise Ärzte, Architekten, Anwaltskanzleien und Berater – sogar 1607 Franken.
Obwohl, wie oben erwähnt, die Investitionen in ECM bereits bei rund der Hälfte der Befragten zu Verbesserungen im Business geführt haben, glauben viele Praktiker, dass das Potential noch kaum ausgeschöpft ist. In qualitativen Aussagen ist beispielsweise die Rede von ECM als einer noch “grossen unbekannten Variable”, die erst noch analysiert werden muss, oder vom Mangel an Produkten und Vorgehensweisen, die sich auch KMU leisten können.
Entsprechend bewerteten die Umfrageteilnehmer auch sämtliche Unterdisziplinen des Umgangs mit Informationen und Wissen, nach denen gefragt wurde, als zumindest mittlere bis ziemlich grosse Herausforderung. Als “lediglich” mittelgrosse Herausforderungen wurden beispielsweise die Digitalisierung von nicht-elektronischen Dokumenten oder der Aufbau von internen elektronischen Communities betrachtet, als grösste Herausforderungen die allgemeine Aufbereitung von internen Kenntnissen und Erfahrungen (Wissensmangement) und die unternehmensweise Suche nach elektronischen Dokumenten.
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Author: Guido Schmitz















