Fach- und Prozesskompetenz sind erforderlich!

Was braucht ein guter Berater?

Oft wird Beratern vorgeworfen, dass Sie zwar tolle Analyse- und Konzeptionsergebnisse liefern können, jedoch mit der Umsetzung wenig oder überhaupt nichts zu tun haben wollen. Gerade im Projektgeschäft geht es jedoch am Ende um eine erfolgreiche Umsetzung einer sehr guten konzeptionierten Lösung.

Kompetenzen sind hier von entscheidender Bedeutung. Wir kennen “ALLE” die vier Kernkompetenzen im Projektmanagement.

  • Fachkompetenz
  • Methodenkompetenz
  • Organisationskompetenz
  • Sozialkompetenz

Und gerade die Bedeutung der Sozialkompetenz wird immer wieder unterschätzt. Aber dies nur mal wieder so nebenbei zur Erinnerung.

Was jedoch gerade in der Umsetzung (wenn dann Berater im Projekt an der Umsetzung maßgeblich beteiligt sind) immer wichtiger wird, ist noch eine fünfte Kernkompetenz.

Es handelt sich hier um die Prozesskompetenz. Gerade durch Einführung neuer Information- und Dokumentenmanagement Systeme (DMS), ändern sich in einer Organisation im Grunde so gut wie alle damit in Berührung kommenden Arbeitsabläufe. Eine Neugestaltung der Geschäftsprozesse ist somit zwingend erforderlich – will man die immensen Potenziale die in der Einführung von neuen Information- und Dokumentenmanagement Systemen (DMS) stecken – heben.

Jedoch gerade im Beratungsgeschäft, findet man nicht immer das erforderliche Know how zum Thema Prozessmanagement. Nun kann man natürlich dafür plädieren – sobald es in die Umsetzung geht, ja dann ist das Thema Prozessmanagement angesagt.

Ich bin jedoch der Auffassung, dass bereits in der Analyse- und Konzeptionsphase das Thema Prozessmanagement eine ganz zentrale Rolle spielt. Ohne das tiefgreifende Verständnis für die Prozesse in einer Organisation – ist meiner Meinung nach eine gute und zielgerichtete Beratung mit anschließender Umsetzung überhaupt nicht möglich.

Die Analyse der IST – Situation und das Auseinander setzen mit den aktuellen Prozessen im Unternehmen – ist immens wichtig für die Erarbeitung einer guten und zielführenden Lösung.

Meiner Meinung besteht der größte Fehler darin – nach kurzer Zeit bereits “Die Lösung” zu präsentieren und dem Kunden sagen zu wollen – wie man es denn nun “Richtig” macht.

Das erforderliche Know how im Prozessmanagement können sich Berater während der Durchführung von Projekten beim Kunden aneignen – was nicht wirklich die feine englische Art ist  – jedoch schon mal vorkommen soll ;-).

Ein anderer und wie ich finde richtige Weg, ist eine entsprechende Qualifikation durchzuführen.

Bereits 2009 hat aus diesem Grund die Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e.V. (GPM) einen Ausbildungsgang zur Beratung im Projektmanagement ins Leben gerufen.

Es wurde eine National Competenz Baseline Consulting (NCBC) geschaffen, in der das erforderliche Themenspektrum zusammengefasst wurde. Zusätzlich wurde ein Vier-Ebenen-Modell für die Zertifizierung von Projektmanagementberatern entwickelt.

Aktuell befindet sich die NCBC in der Endabstimmung. Wer sich für die Projektmanagementberater – Ausbildung interessiert, findet hier weitere Informationen.

In einen meiner nächsten Artikel werde ich mir das Themenspektrum der NCBC etwas genauer anschauen, vielleicht ist die NCBC dann auch schon final abgestimmt und veröffentlicht.

Mit dem so angeeigneten Know how kann sich jeder Berater mit einem guten Gewissen zum Kunden begeben und diesem bei seinen Herausforderungen tatkräftig unterstützen.

Author: Yves Mollenhauer

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