Wie ist der Status Quo und die Marktentwicklung eigentlich speziell auf dem schweizerischen ECM-Markt ? Wie sehen Projektpläne und Entscheidungsprozesse aus?
Dies beantwortet eine aktuelle Studie von MSM Research, bei der rund 1.000 Unternehmen aus der Schweiz kontaktiert und über 400 Unternehmen zu den ICT-Ausgaben sowie zu qualitativen ECM-Themen befragt wurden.
Einleitend kann festgestellt werden, dass natürlich auch der schweizerische ECM-Markt von der internationalen Finanzkrise betroffen ist und es speziell den ICT-Markt mit Minderausgaben in Höhe von 4 % getroffen hat. Am schlimmsten trifft es laut den Erhebungen von MSM den Hardware-Markt mit einem Minus um 10,2 %. Aber auch der Software-Markt bricht um 3 % ein, lediglich ECM, BI und CRM schaffen eine positive Entwicklung. Im Bereich der ICT-Dienstleistungen, die ebenfalls um 2,2 % sinken, schaffen lediglich die Bereiche BPO und Managed Services eine positive Wachstumsrate. Eine allgemeine Investitionszurückhaltung ist aktuell als Strategie der meisten Unternehmen zu erkennen.
In Summe wurden landesweit in 2009 für ECM-Lösungen und Services ca. 270,5 Mio. Franken (183,3 Mio. Euro) ausgegeben.
Vergleich zum deutschen Markt
Mal abgesehen von den absoluten Zahlen, die sich aufgrund der unterschiedlichen Marktgrößen nicht vergleichen lassen, sind die Entwicklungen des schweizerischen Marktes und die prozentualen Einflüsse der Wirtschaftskrise weitestgehend mit denen des deutschen Marktes zu vergleichen. Auch in Deutschland geht von vielen Unternehmen aktuell eine Investitionszurückhaltung aus, die oftmals gar nicht wirtschaftlich, sondern vielmehr strategisch begründet ist. Bezweifelt werden darf, ob dies wirklich immer die richtige Strategie ist!
Besonders die Effizienzsteigerung und Optimierung der Geschäftsprozesse stehen für schweizerische Unternehmen momentan besonders im Vordergrund. Als die größten Problembereiche mit unstrukturierten Informationen gelten die steigende Dokumentenflut, das Managen und Verteilen von Informationen sowie die Disziplin der Mitarbeiter. Mehr als jedes dritte Unternehmen in der Schweiz nutzt oder plant den Einsatz von ECM-Lösungen. Hierbei stehen vor allem die Funktionen der Archivierung, Verwaltung und Verteilung im Fokus. Mehr als drei Viertel der Befragten setzen die ECM-Lösung unternehmensweit ein.
Vergleich zum deutschen Markt
Grundsätzlich steht auch in Deutschland die Effizienzsteigerung und eine hierdurch aktuell vor allem bezweckte Kostenreduktion für die meisten Unternehmen im Vordergrund. Während jedoch in der Schweiz derzeit ca. 38 % der Unternehmen ECM im Einsatz haben und ca. 37 % die konkrete Einführung planen, setzen in Deutschland mittlerweile ca. 65 % bereits ECM ein, weitere 60 % der Nichtanwender planen eine entsprechende Einführung. Ein unternehmensweiter Einsatz, wie er in der Schweiz bei mehr als drei Viertel der Unternehmen festgestellt werden kann, ist in Deutschland bei weniger als der Hälfte der Unternehmen vorzufinden. Dies könnte an zwei Ursache liegen: Zum einen ist das Thema Informationsmanagement in Deutschland älter. Ganzheitliche und unternehmensweite Ansätze standen bei anfänglichen Projekten schlichtweg nicht so im Fokus. Zum anderen gibt es in Deutschland deutlich mehr Großunternehmen und Konzerne als in der Schweiz. In Großunternehmen herrschte grundsätzlich lange Zeit eine Kultur der Insellösungen, was auch heute noch EINE unternehmensweite ECM-Lösung nahezu undenkbar macht.
Auf die allgemeine Frage hin, von welchem Hersteller die Anwender das ECM-Leistungsangebot kennen, wurde Canon (34,4 %) vor Microsoft (29,5 %) und IBM/Filenet (27,9 %) genannt.
Vergleich zum deutschen Markt
Dementsprechend wurden in einer im letzten Jahr durchgeführten Umfrage in Deutschland als meist bekanntesten ECM-Anbieter die Unternehmen Adobe, Microsoft und IBM/Filenet genannt. Es mag für den deutsch- schweizerischen Herstellermarkt schon etwas deprimierend erscheinen, doch zeigt die Projektsituation, dass besonders im Mittelstand auch durchaus die Vorzüge der regionalen Anbieter erkannt und in Anspruch genommen werden.
Schaut man abschließend auf mögliche Trends in der Schweiz, so hat aktuell das Thema SaaS einen Hypestatus erreicht. Managed Services und Saas befinden sich auf dem Vormarsch. Auch wenn die Zahlen, was den aktuellen Einsatz betrifft, eher noch marginalen Charakter aufweisen, so zeigen die in Diskussion stehenden Projekte einen deutlichen Trend nach oben.
Vergleich zum deutschen Markt
Grundsätzlich kann ein erhöhtes Interesse am Thema auch in Deutschland festgestellt werden. Allerdings spielt es hierzulande weniger für unternehmensweite ECM-Lösungen eine Rolle. Besonders unternehmenskritische Prozesse und Informationen werden in der Mehrzahl noch eigenständig betrieben und verwaltet. In den meisten Fällen stellt es für Unternehmen lediglich eine Alternative zur Umsetzung von Teilprozessen dar.
Weitere Informationen zur Studie finden Sie unter:
http://www.msmag.ch/
Author: Christoph Tylla















