Vom 26. bis 28. Oktober 2010 fand die DMS EXPO erstmals in Stuttgart parallel zur IT & Business statt. Nach Angaben der Landesmesse Stuttgart GmbH zeigten sich die über 215 Aussteller mit dem Verlauf der Veranstaltung höchst zufrieden.
„Mit 62 Prozent Erstbesuchern und 25 Prozent aus Industrieunternehmen profitierte die DMS EXPO vom Standortwechsel. Dabei kam die breit aufgestellte Plattform insbesondere bei Entscheidern aus dem Mittelstand gut an.“ Landesmesse Stuttgart
Über die Besucherzahlen konnte man in der offiziellen Verlautbarung der Messe Stuttgart lesen: „in Verbindung mit der IT & Business konnten sich über 10.000 Fachbesucher nutzbringend informieren. Zudem machten 40 Prozent aller Besucher von dem parallelen Angebot beider Messen Gebrauch.“ Fazit der Messegesellschaft war somit: „Damit hat sich das Konzept der Veranstalter als erfolgreich erwiesen und nicht nur bei den Ausstellern, sondern auch bei der Zielgruppe der kaufmännischen Entscheider und IT-Verantwortlichen für spürbaren Mehrwert gesorgt.“
Liest man diese Informationen so könnte man vermuten das alles in Ordnung ist: Umzug geglückt, Aussteller und Besucher zufrieden und der Messe scheint eine rosige Zukunft bevor zu stehen. Doch ist dies wirklich so?
Schauen wir doch einmal auf die reinen Fakten: 2009 besuchten 16.100 Fachbesucher (3.000 weniger als 2008) die DMS EXPO in Köln und konnten dort 309 Aussteller (53 weniger als 2008) antreffen. Vergleicht man diese Zahlen, so sanken in 2010 die Besucherzahlen um über 35% und die Ausstellerzahlen um ca. 30% gegenüber dem Vorjahr.
Im Anschluss an die DMS EXPO 2009 wurde Herr Oliver P. Kuhrt, Geschäftsführer der Koelnmesse noch wie folgt zitiert: „Die DMS Expo hat ihre Ausnahmestellung als fokussierte Leitmesse erneut unter Beweis gestellt“.
Ist dies noch so? Wie sieht die Zukunft der Leitmesse aus?
Am VOI e.V. oder am PDF/A Competence Center kann es nicht liegen, dass die Besucherzahlen Jahr für Jahr sinken. Beide Gemeinschaftsstände können als echte Publikumsmagnete bezeichnet werden. Im Forum des VOI sind häufig die Stühle ausgegangen und so mussten die Zuhörer der Fachvorträge in Dreierreihen in den Gängen stehen.
Ob die IT & Business für echte Synergieeffekte für die DMS EXPO sorgt gilt es zu bezweifeln, meine eigenen Beobachtungen waren eher nüchtern: im Vergleich zur DMS EXPO Halle waren die beiden IT & Business Hallen eher weniger besucht.
Darüber hinaus sorgen so Alleingänge wie das Ausstellungskonzept der SER nicht gerade für ein klares Bild einer Leitmesse. Oder wie lässt es sich sonst erklären, dass ein Aussteller die Besucher der Messe mit tollem Sportwagen und attraktiven Hostessen von der Messe zum nahegelegenen Airport Konferenzcenter des Terminal 1 lockt?
Auch wenn mein Artikel eher eine düstere Prognose für die Gegenwart und die Zukunft der DMS EXPO zeichnet, bin ich dennoch 100%ig davon überzeugt, dass unsere Branche mehr denn je eine Leitmesse braucht, dies bestätigen auch die vielen erfolgreichen Veranstaltung in der Szene wie beispielsweise die ECM-Tage der Pentadoc. Dennoch muss meiner Meinung nach die Landesmesse Stuttgart schnellstmöglich das Konzept der DMS EXPO verändern, um so entsprechend größeren Zuspruch bei den Ausstellern und den Besuchern zu erhalten. Was könnte beispielsweise optimiert werden: größer Branchenfokus, echte Success-Stories, Redner aus der Wirtschaft und den Unternehmen, keine vertrieblichen Präsentationen in den Konferenzen, Konferenz als zentrales Veranstaltungselement,…
Ich wünsche der Landesmesse Stuttgart eine glückliche Hand und viel Erfolg bei dem Umbau der DMS EXPO.
Weiterführende Links:
Author: Guido Schmitz


5. April 2012 at 00:20
18. Februar 2012 at 12:33




[...] Blogbeitrag “Die DMS EXPO 2010 geht – doch-was-bleibt?” [...]
[...] 0:36 Anmoderation 2:00 Persönlicher Rückblick auf die DMS EXPO in Stuttgart – Blockbeitrag Rückblick auf die DMS Expo 4:45 Kennen Sie Herrn Daddel? – Link zum Blockbeitrag zu Herrn Daddel 6:46 Interview mit Dr. [...]
Gerne löse ich den scheinbaren Widerspruch unseres Ausstellungskonzeptes auf. Die Sicht auf den Erfolg der Veranstaltung teilen wir offensichtlich schon einmal. Aus 16.000 + 6.500 (letztjährige Teilnehmerzahlen der DMS Expo und IT&Business) wurden 10.000 in 2010 – das selbst gesteckte Ziel wurde deutlich verfehlt. Hinzu kommt, dass lediglich 25% der Besucher aus Anwenderunternehmen kamen. Eine Messe für 2.500 Interessenten, wow! Erklärungsversuche münden häufig in Vorwürfen und Handlungsaufforderungen gegenüber den Ausrichtern. Aber könnte es nicht einfach daran liegen, dass der persönliche Gewinn eines Messebesuches für interessierte Anwender zu gering ist? Genau hier setzte unser Konzept auf: Positive Emotionen verbunden mit einer konzentrierten Markenbotschaft “Goldene Zeiten für Ihr effizientes Informationsmanagement” statt “langweiliges Bildschirmzeigen”. Im persönlichen Gespräch erfolgte die freundliche Einladung einen Ort zu besuchen, an dem kompetente Menschen Zeit für wirklich interessierte Menschen haben. Warum haben diese Botschaft gerade die Besucher aus den Anwenderunternehmen verstanden?
Kann mich der Beurteilung insgesamt nur anschließen. Plus war sicherlich die perfekte Anbindung an den Flughafen, die den sonst üblichen Anfahrtstreß komplett beseitigt hat. Die Teilnehmerzahl und -qualtät zeigt aber auch, daß Kunde im ECM-Umfeld immer stärker erwarten, daß man sie besucht. Zeiten, in denen die Halle 1 auf der CeBIT ein Publikumsmagnet waren, sind endgültig vorbei.
[...] This post was mentioned on Twitter by hostessen and Guido Schmitz, Pentadoc. Pentadoc said: Die DMS EXPO 2010 geht – doch was bleibt? http://bit.ly/c8uF4r [...]