Zogen im September noch die Veranstalter der DMS EXPO eine weitgehend zufriedene Bilanz – 51 Austteller und 3.100 Fachbesucher weniger als 2008 – so war heute in der Computerwoche eine zerschmetternde Bilanz der Nachfolgeveranstaltung zur Münchner Systems, der Discuss & Discover (D&D) zu lesen: “Besucherzahlen sind sehr unbefriedigend“.
Klaus Dittrich, Geschäftsführer der Messe München GmbH und verantwortlich für die D&D, macht im Pressegespräch mit der Computerwoche keinen Hehl aus seiner Enttäuschung: “Mit der Besucherzahl können wir nicht zufrieden sein.”
Nur 6.000 Besucher kamen zur D&D was im Vergleich zur im letzten Jahr ausgetragenen Systems (39.000 Besucher) doch ein deutlicher Rückgang ist. Auch die neue Messe in Stuttgart, die IT & Business, konnte nur 6.500 Besucher verzeichnen.
Wo liegen also die Optimierungspotentiale der Messen, wie können wieder mehr Besucher angesprochen und letztlich zu einem Messebesuch animiert werden?
Klaus Dittrich sagte dazu, die Konferenzveranstaltungen und dessen Programm seien gut angenommen worden. Immerhin ein Sechstel der insgesamt rund 6.000 Besucher hätte am Konferenzprogramm teilgenommen. Auch die so genannten Networking Events fanden nach den Worten des Münchner Messemanagers viel Zuspruch. Rund 850 Teilnehmer hätten sich zum Fachsimpeln getroffen. Also wo lag dann das Problem, beim Namen, dem Termin oder gar der Wirtschaftskrise?
Wenn Sie mich fragen liegt es ganz einfach an dem Faktor, dass sich das Kaufverhalten der Menschen und auch der Unternehmen verändert!
Musste man vor einigen Jahren noch Prospekte studieren, sich auf Messen die neusten Trends anschauen und bei Referenzbesuchen den Umgang und die Erfahrungen bei der Einführung der ausgesuchten Lösungen hinterfragen, so hat sich das Kaufverhalten im Internetzeitalter und spätestens seid dem Siegeszug des Web 2.0 deutlich verändert.
Die Machtverhältnisse im Markt verschieben sich in Richtung Konsumenten. Sei es bei der Suche von Produkten und Dienstleistungen oder bei der Wahl eines neuen Anbieters, immer stärker steht bei Kaufentscheidungen die gefunden Informationen aus dem Internet und der Austausch der Kunden untereinander im Mittelpunkt – beispielsweise über Foren.
Und so tut die Messe München meiner Meinung nach gut daran, den Bereich des Networking und der gezielten Informationsbereitstellung weiter auszubauen. Das zeigte auch die diesjährige DMS Expo, wo das Forum des VOI durchweg bestens gefüllt war. Dort wurde ein fachlich und inhaltlich sehr hochwertiges Programm, mit ausgesuchten Referenten geboten. Im Gegensatz dazu bekamen die Spots der Köln Messe, bis auf wenige Ausnahmen, nur geringen Zuspruch der Besucher.
Und an dieser Stelle muss sich jede Messegesellschaft die Frage stellen: Geht bei der Messe die Qualität oder der Gewinn vor? Denn wird kurzfristig gewinnorientiert gehandelt, dann werden beispielsweise Konferenzslots verkauft anstelle hochkarätige Redner evtl. sogar bezahlen zu müssen!
Wird jedoch an einem langfristig orientierten Konzept festgehalten, welches Qualität durch hochkarätige Redner liefert, zielorientierte Informationen bereitstellt, die Besucher vor und nach der Messe im Internet mit wichtigen Informationen beliefert und dann noch virtuell und Vorort den entsprechenden Raum zum Fachsimpeln bietet, dann kommen auch wieder mehr Besucher, mehr Aussteller und letztlich für die Messe auch ein höherer Gewinn.
Author: Guido Schmitz















