Consumerization des Lernens
So albern es für den einen oder anderen auch klingen mag: Ich hätte Probleme damit, in einer Firma zu arbeiten, die keine Apple-Geräte zu lässt. Zu sehr habe ich mich an den Anwendungskomfort und das schlichte, funktionale Design gewöhnt.
iPhones, iPads etc. haben ihren Weg in die Firmen-IT nicht wie Blackberries oder Nokias Telefone gebahnt. In den seltensten Fällen hat die IT die iOS-Geräte im Unternehmen eingeführt. Der Druck kam von den Anwendern. Spätestens wenn der Vorstand sein iPhone oder iPad mit in die Firma brachte, musste die IT sich beugen.
Consumerization of IT meint, dass Anwender Eigenschaften der privaten IT und Telekommunikation, wie ein hohes Maß an Funktionalität, Einfachheit und Usability aber auch Flexibilität, auch von der Unternehmens-IT erwarten.
Es gibt heute nur noch wenige Firmen, die es sich leisten können, sich diesem Trend nicht zu beugen.
Consumerization of Learning
Eine ähnliche Entwicklung wird sich im Bereich der beruflichen Weiterbildung abspielen. Der Trend aus dem Privaten wird auch gerne als “Social Learning” bezeichnet. Das Social Web 2.0 liefert die unterschiedlichsten Tools und Plattformen, auf denen im Privaten Informationen ausgetauscht und Wissen generiert wird: YouTube, Blogs, Foren, Frage-Antwort-Seiten aber auch Facebook, Xing und Co.
Wenn ich mich heute für einen speziellen chinesischen Immobilien Fond interessiere, bin ich dank Internet in der Lage, mich binnen weniger Stunden zum Experten für dieses Thema zu machen. Ich habe es kürzlich selbst praktiziert: Zwei Abende intensives googlen, surfen und lesen haben gereicht, um mich zum Experten für moderne Heizungstechnik “weiterzubilden”. Experte ist vielleicht etwas übertrieben, aber ich habe jetzt einen guten Überblick und kann mich mit Fachleute unterhalten.
Das hat hervorragend funktioniert.
Dank Google und Web 2.0.
Im Privaten.
Und genau hier setzt die “Consumerization of Learning” an: Ich bin es im Privaten gewohnt, dass ich mich aus der Situation heraus (Situatives Lernen) informiere. Diese Gewohnheit schlägt bei den meisten Geschäftsanwendungen fehl. Heute akzeptieren Anwender noch, dass sie kaum Informationen online finden, sondern nur über Seminare oder langweilige Handbücher an diese gelangen. Aber wie lange noch?
Spätestens die “Generation Facebook”, für die E-Mail schon wieder out ist, wird starken Druck auf die Anbieter von Business Software ausüben. Und der Erfolg einer Software wird immer weniger davon abhängen, wie viel Features sie bietet. Eine Software wird sich immer stärker daran messen lassen müssen, wie einfach sie in der Anwendung ist und wie groß ihre sichtbare Wissens-Community ist.
Author: Henning Emmrich
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Thursday, January 26th at 15:13




Bernhard Bachinger Gott sei Dank bin ich nicht aus Zucker...
Thursday, January 26th at 19:46